Frauke Petry

Frauke Petry, das bin ich.

Schwer zu verstehen bin ich nicht.

 

Solang du schön bleibst, wo du bist,

bin ich ein braver Pazifist.

 

Doch bist du einmal arg in Not,

dann komm‘ ich rum und schieß dich tot.

 

Ein politisches Gedicht…

Uninformiert. Undifferenziert.

Ich äußer mich ganz ungeniert.

Egal, was ich wirklich weiß,

Ich gehör zum Leserkreis.

Forum. Netzwerk. Leserbrief.

Meinungen, die keiner rief.

Ihr wollt die Kultur erhalten,

wetteifert im Redenhalten.

Reden, reden, reden, reden,

streng mahnend den Finger heben.

Was steht noch auf dem Programm?

Mutig sein ist unratsam?

Uninformiert, undifferenziert

Findet man im Netz.

Gekürzt, feige und zensiert

In Presse und Gesetz.

Generation unpolitisch?

Politisch unpolitisch

Mich hat letztens eine Behauptung meines Bekannten stutzig gemacht. Vielleicht war es nur eine beiläufige Bemerkung, der ich mehr Bedeutung beimesse als notwendig.

Er sprach von der Generation der jetzt zwanzig bis dreißigjährigen – allgemein oft unter dem etwas sperrigen Begriff „Studierende“ zusammengefasst – als eine eher unpolitische Generation. Ich denke, dass dem keine Wertung, weder als positiv noch als negativ, unterlag. Es war so wertfrei, wie man es von jemandem erwartet, der zwar Wirtschaft studiert hat und als Banker augenscheinlich hauptberuflich Vollblutkapitalist ist, sich jedoch mit seinen politischen Meinungen, Aussagen und Weltanschauungen, sowie mit seiner Leidenschaft für Karl Marx regelmäßig im liberalen, linken, roten Bereich des Teichs ansiedelt.

Aber im Ernst? Unpolitisch? Darüber hab ich nie nachgedacht. Es liegt nahe das entweder als Zufall zu deuten, oder als Resultat einer Mentalität, die schlicht und ergreifend diese Generation charakterisiert. Hat diese Generation einfach andere Interessen? Möglicherweise könnten nun Historiker, die selber in der Regel nicht Teil dieser Genration sind, zu schlauen, mit Fakten belegten und in ihrer Aussagekraft selbstverständlich alternativlosen Abhandlungen kommen, die uns Erklärungen liefern sollen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich gehört habe, dass sich Erwachsene aus der Kategorie 40+ berufen fühlten, sich zu Politikverständnis und -begeisterung der jüngeren Generationen – unter anderem meiner – zu äußern.

Ich gebe jetzt einfach ganz unverbindlich mal meine Einschätzung der Lage preis. Man kann in dieser Welt fast nichts machen, ohne in irgendeiner Weise ein politisches Statement abzugeben. Wenn wir jetzt mal besagten Bekannten beim Wort nehmen, ist das, wovon hier die Rede ist, ein Phänomen, welches bei einer ganzen Generation zu beobachten war. Wenn sich jetzt tatsächlich ein Großteil einer ganzen Generation aus der Politik rausnimmt, ist das ein genauso starkes Statement, wie die aktive Beteiligung an ihr.

Wer war es denn, der die Chance gehabt hätte, das politische Interesse dieser jungen Leute zu bilden und ihnen eine Politik zu geben, in die sie sich aktiv einbringen wollen? Politiker, Lehrer, Eltern. Mitglieder der – Oh Wunder! – älteren Generation.

Moment, warte mal kurz. Sind das nicht genau die, die das angebliche fehlende Interesse jetzt bemängeln und die vorrangegangen Vorwürfe formuliert haben?

Lustiger Zufall…

 

Hier noch einige Artikel zum Thema:

Generation Privatleben

Neue Studentengeneration – Hauptfach Egoismus

Generation Y – Niemand hat Angst vor diesen Studenten

Kinder, was ist eine Marionette?

Kinder, wer weiß, was eine Marionette ist?

Wie jetzt…alle? Dann kann man ja nur davon ausgehen, dass auch alle Erwachsenen wissen, was das ist. Oder etwa nicht?

Eine Marionette sieht sich tagtäglich mit einigen Problemen konfrontiert. Sie kann versuchen, was sie will, aber sie wird nie in der Lage sein einen eigenen, klaren Gedanken zu denken. Aber selbst wenn, hängen ihr Kopf, ihre Arme und Beine an kleinen, durchsichtigen Fäden, die in der Hand eines anderen liegen. Der kann bestimmen, was sie tut, wohin sie geht, wem sie zunickt und, bei wem sie den Kopf schüttelt.

Und egal, wie sehr sie es auch versucht, sie kann nicht nach oben sehen, um zu sehen, wer sie steuert. Vielleicht weiß sie gar nicht, dass sie gesteuert wird.

So Kinder, wer weiß, wer oder was die CSU ist?

Eine kleine isolierte Gruppe von Bayern, die unzufrieden mit ihrer Ehe, ihrer Kindheit oder  ihrem Leben sind und deswegen die Ehe, Kindheit und Leben anderer bewerten und sie – weil ihnen vielleicht danach ist – irgendwie zu verbieten und einzuschränken versuchen?

Nein, Kinder, so weit würde ich echt nicht gehen. Da kann man lange diskutieren und hier und da soll es ja – munkelte man letztens – durchaus Dinge geben oder gegeben haben, die die CSU gut gemacht hat.

Aber auch ein Anhänger der CSU sieht sich dieser Tage Problemen gegenüber.

Wer hat seine Fäden in der Hand? Wer sagt ihm, was er tun soll und wohin er gehen soll?Wer sagt ihm, wem er zunickt, bei wem er den Kopf schüttelt?

Die Fäden einer Marionette sind dünn und transparent. Man sieht sie nur, wenn man sie sehen will.

 

hand-784077_1280(Dies trifft natürlich nicht auf alle zu! Ich möchte mich davon distanzieren zu verallgemeinern. Aber wenn du mir sagst, du bist keine Marionette, denn du machst das alles aus Überzeugung, ist das auch irgendwie ein Eigentor.)

Refugees welcome?

Recherchiert man heutzutage über die Flüchtlingskrise, wird man überhäuft mit extremen, politischen Ansichten der Sachlage. Ob übertrieben liberal oder abweisend und konservativ, der Strom der Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Asien, Osteuropa und Afrika hat dazu geführt, dass viele sich plötzlich in extremer Weise äußern. Man muss sich ausdrücken, überall noch mal kurz die Meinung einbringen.

Es gibt vieles was man im Kontext der Flüchtlingspolitik aufgreifen, kommentieren und diskutieren kann und muss, um Menschen in Not zu helfen, die Schlimmes erlebt haben.

Aber eine Sache dabei ist meiner Meinung nach unwichtig. Es ist die Frage welche Sprache man für das Leitmotto, unter dem die Flüchtlingshilfe steht, wählt.

Der Feuilletonredakteur der Zeitung „Die Welt“, Matthias Heine, äußerte sich mit dem Artikel „Warum Flüchtlinge jetzt oft „Refugees“ heißen“ zur Flüchtlingspolitik. Zunächst formuliert er verschiedenste Thesen, was es über uns aussagt, dass wir den englischen Begriff „Refugees“ dem deutschen Begriff „Flüchtlinge“ vorziehen.

Warum ist das so? Wie sind beide Begriffe konnotiert? Wie kam es dazu, dass sich der englische Begriff durchsetzte? Diese und einige weitere Fragen beschäftigen Herrn Heine in seinem Artikel. Meine Frage lautet nun: Wo ist die Relevanz?

Flüchtende aus Regionen, die ihnen kein Zuhause bieten, Menschen, die um ihr Leben fürchten, die nicht wissen, wie die Zukunft aussieht, Kinder, die nicht nur Krieg spielen, sondern Krieg erleben und in ihm aufgewachsen sind, wollen nichts anderes als endlich Sicherheit und Frieden.

Da steht wahrscheinlich die Klärung der Frage, wie man sie bezeichnen sollte, ob man „Refugees“ oder „Flüchtlinge“ oder auch „menekültek“ sagt, nicht an oberster Stelle. Solange europäische Länder bereit sind, sie aufzunehmen, ihnen zumindest ein vorübergehendes Obdach zu bieten, ist die Klärung der Frage nebensächlich.

Durch Stützen seiner Argumente mit Fakten und Zahlen gelingt es ihm jedoch seine Position ernst und valide zu gestallten. Die Hintergründe seines Standpunktes überzeugen einen unkritischen Leser durch lückenlose Aufdeckung.

Wer ist ein Weltretter?

Wer ist ein Weltretter? Bist du ein Weltretter? Bin ich einer? Ich glaube wir sind zu pingelig mit diesem Begriff. Warum kann nur der Anführer, der Held, der, der unermüdlich für seine Überzeugung kämpft, ein Weltretter sein? Retten nicht auch die unsere Welt, die einfach nicht alles machen, alles mitmachen, die, die nicht alles glauben?

Weltretter sind die, die in dieser undurchschaubaren, unverständlichen und gewaltsamen Welt an die Schönheit der Welt glauben. Die, die ihre Hoffnung in eine immer kleiner werdende Idee setzen. Menschlichkeit.

Kaum einer von uns in Deutschland weiß, wie es ist auf der Flucht zu sein. Wir durchleben eine Realität voller Beständigkeit. Wir ärgern uns über dieses und jenes.

Wir werden ständig konfrontiert mit einem Wort. Obergrenzen. Wer hat dieses Wort aufgebracht? Wer weiß das schon. Aber es ist auch völlig egal. Was macht dieses Wort mit uns? Löst es Empörung aus? Oder das Gefühl von Gerechtigkeit? Oder berührt es uns nicht mal, als würden wir es hören, aber nicht verarbeiten? Als würde es rausgefiltert, kaum dass wir es wahrgenommen haben.

Wir nehmen nur einen Bruchteil der Reize, die ständig auf unsere Sinnesorgane einprasseln, tatsächlich bewusst wahr. Vielleicht schützen wir uns damit selber.

Der Begriff wird laufend von vielen führenden Charakteren dieses Landes verwendet. Das sind Menschen, dessen Gesichter für uns nicht fremd sind. Individuen könnte man sagen. Individuen mit einem Vor- und Nachnamen, einem Alter  und einer Meinung.

Sehr geehrter Horst Seehofer. Sie forderten letztlich eine Obergrenze. Oder etwas Ähnliches. Sie sind in der Politik zu einer Leitfigur eines Gedankens der Hilfe geworden, der nicht mehr auf den Hilfesuchenden beruht. Sie profitieren von der Angst unter uns. Der Angst vor Neuem. Der Angst vor Unbekanntem. Eine Angst, die von allen Seiten aus Eigennutz befeuert wird, ohne dass die Handelnden über die Konsequenzen nachdenken.

Herr Seehofer, was bedeutet für sie das Wort Menschlichkeit? Sie genießen einen sehr großen Luxus. Ich spreche von dem Luxus, den die Politiker immer hatten. Den Luxus, die Entscheider zu sein. Fernab der Problemquelle über theoretische Ursachen, theoretische Folgen, theoretische Realität zu debattieren. Verstehen sie mich nicht falsch Politiker sind wichtig und tragen eine große Verantwortung in der Vertretung unserer Gesellschaft.

Doch wenn sie nicht in der Lage sind, sich einer Familie gegenüber zu stellen; einer ganz normalen Familie, sagen wir, einer Mutter, einem Vater, einem kleinen Jungen und einem kleinen Mädchen. Die Familie ist jung, das Mädchen kann grad laufen. Wenn sie nicht in der Lage sind dieser Familie zu sagen, was sie im deutschen Fernsehen so mutig, selbstbewusst, ja so überzeugt preisgeben, wenn sie dieser Familie, die tausende von Kilometern hinter sich gebracht hat ohne zu wissen, wo das Ende ist und was danach kommt, die einen anderen Ausweg gewählt hätte, wenn es einen anderen gegeben hätte, wenn sie nicht in der Lage sind dieser Familie persönlich ins Gesicht zu sagen, dass ihr Weg umsonst war, dann haben sie als Politiker für mich keinerlei Wert.

Das wäre wohl genau der Moment, in dem sie so etwas wie Menschlichkeit spüren würden. Wollen sie derjenige sein, der diesen Menschen sagt, dass ihre lange Flucht noch kein Ende hat? Dass sie eine lustige Erfindung hatten, die sich Obergrenze nennt und jetzt die eine Familie aufgenommen wird, aber genau diese eine nicht?

Welche Begründung würden sie finden? Wie würden sie sich verteidigen? Würden sie sich verteidigen?

Sehr geehrter Herr Seehofer. Sie haben einen Vor- und einen Nachnamen. Sie haben ein Alter. Sie haben eine Meinung. Sie haben ein Gesicht.

Sie werden vermutlich nie wirklich einer Flüchtlingsfamilie gegenüberstehen, denen sie sagen müssen, dass sie sich herausnehmen die eigene Bequemlichkeit über ihr Leid zu stellen, aber ich wünschte sie würden.

Jeder der in diesen Tagen erkennt, dass wir unsere Heimat teilen können und dass jeder von den 7 Milliarden Menschen da draußen einen Vor- und Nachnamen, ein Alter und eine Meinung hat, ist ein Weltretter. Jeder der erkennt, dass keiner genauer über den Status eines Krieges Bescheid weiß, wie die, die in ihm wohnten, die vor ihm fliehen, ist ein Weltretter.

Wenn ich mit diesen vielen, vielen Worten nur eine Intention verfolge dann ist es diese hier: Glaubt nicht alles, was ihr hört. Glaubt nicht den Personen, die ihre Autorität aus politischer Macht beziehen wollen. Welche Autorität kann ein Mensch haben, der über eine Situation urteilen will, die sich ihm soweit lediglich in Zahlen präsentiert? Man kann Menschlichkeit nicht in Zahlen fassen. Das ist das was hier tatsächlich mal jemand begreifen muss.

Glaubt nie jemandem, der denkt, dass Macht die Lösung ist.